Pressemitteilung: Gezielte Angriffe auf Kliniken stoppen

(Berlin, 04.05. 2016) Die verheerenden Luftangriffe auf Zivilisten und medizinische Einrichtungen, die seit einigen Tagen verstärkt Aleppo treffen, verurteilen wir vom Verband Deutsch-Syrischer Hilfsverein e.V. aufs Schärfste. Diese Taten sind Kriegsverbrechen, die sofort gestoppt werden müssen. Die medizinische Nothilfe steht durch die Genfer Konvention in Kriegszeiten unter besonderem Schutz. Dass nun neuerlich verstärkt Luftangriffe von Seiten der syrischen Regierung und seiner russischen Verbündeter gezielt gegen medizinische Einrichtungen geführt werden, kann und darf die Weltgemeinschaft nicht hinnehmen. Für uns und unsere Ärzte und Pfleger_innen vor Ort ist dies ein Todesurteil.

Bei einem Luftangriff auf das Aleppiner Al-Quds-Krankenhaus am 27.04.2016 wurden mindestens 25 Patienten und 5 Mitarbeiter getötet, darunter auch der letzte verbliebene Kinderarzt der Stadt. Das Medizinzentrum wird seit zwei Jahren durch Islamic Relief und unser Mitglied, dem Deutsch-Syrischen Verein zur Förderung der Freiheiten und Menschenrechte e.V., mit Geldern des Auswärtigen Amts unterstützt. Das Krankenhaus, das nun größtenteils zerstört ist, zählte zu den größten noch verbliebenen Kliniken Aleppos und behandelte rund 5000 Patienten monatlich.

Was wir fordern, ist die Durchsetzung der geltenden Regeln der Genfer Konvention, insbesondere den Schutz der Zivilbevölkerung sowie des medizinischen Personals und Einrichtungen. Wir fordern einen sofortigen Stopp der Luftangriffe sowie die Schaffung von Flugverbotszonen und humanitären Korridoren.

 

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Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine e.V. (VDSH), Chausseestr. 101, 10115 Berlin, Tel: 030/28873170, info@verband-dsh.de, Facebook: https://www.facebook.com/VDSH.e.V/, Webauftritt: verband-dsh.de

 

Der VDSH e.V. vertritt rund zwei Dutzend Hilfsorganisationen von Deutsch-Syrern in ganz Deutschland, die humanitäre Hilfe und Aufbauarbeit in Syrien und den Nachbarstaaten leisten.

 

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