Bundesweite Konferenz deutsch-syrischer Flüchtlingshelfer

(Berlin) Am 1. und 2. Juli trafen sich rund 50 Personen von deutsch-syrischen Vereinen aus ganz Deutschland in Berlin, um sich über die interkulturellen Aspekte ihrer Arbeit auszutauschen und sich weiterzubilden.

Die Konferenz, die unter dem Titel „Vermittler zwischen Kulturen und Religionen – Deutsch-Syrische Vereine in der Flüchtlingsarbeit“ stattfand, wurde vom Bundesinnenministerium gefördert. Dass das Ministerium die bedeutende Rolle von Menschen mit eigener Migrantionsgeschichte bei der Integration von Geflüchteten anerkennt, betonte auch Frau Anja Hecht vom Bundesinnenministerium in Ihrer Begrüßungsrede. Wer beide Kulturen und vor allem die, der Neuankommenden kennt, wird bedarfsgerechter Informationen und Werte vermitteln können.

Dass dies schon geschieht, zeigten die vier Beispiele aus den Vereinen. Neben unseren Mitgliedern, dem „Deutsch-Syrischen Verein e.V.“ aus Darmstadt und der „Union der Syrischen Studenten und Akademiker (USSA) e.V.“ aus Berlin präsentierten auch Dr. Adnan Halbouni aus Berlin und Dr. Ali Jaanabi von der Initiative „Hand für Hand für Integration“ aus Gelsenkirchen die Best Practices ihrer Arbeit mit Geflüchteten.

Für den weiteren theoretischen Input sorgten bei der Veranstaltung die Trainer Johannes Groß und Christopher van den Hövel von IMAP, die auch durch die Konferenz führten. Neben Definitionen, was Kultur eigentlich ist und welche Kulturmodelle der arabisch/syrischen und der deutschen Kultur unterliegen, gaben sie Impulse für die praktische Umsetzung in der praktischen Vermittlungsarbeit.

Mit dem so genannten Eisbergmodell kann beispielsweise bildlich dargestellt werden, welche Ausprägungen von Kultur man im Alltag sehen kann und welche „unter der Oberfläche“ verborgenen Werte dahinterstecken. Die Teilnehmer füllten die Modelle der beiden Kulturen in der Gruppenarbeit mit ihren Erfahrungen und Beobachtungen schnell mit Leben. Schließlich sind sie schon lange, teilweise 30, 40 Jahre hier zu Hause oder sind hier geboren.

Dieses Wissen Neuangekommen strukturiert zu vermitteln ist nun die Aufgabe. Das Eisbergmodell kann dabei,  so der Tenor der Teilnehmer, verschiedene Werte visualisieren und Missverständnisse aufklären helfen – Ein sehr gutes Modell also für den unterkulturellen und interreligiösen Dialog.

Im weiteren Verlauf der Konferenz tauschten sich die Teilnehmer rege über gemachte Erfahrungen aus, gaben sich Tipps und diskutierten gemeinsame Herausforderungen und mögliche Lösungen. Oftmals gingen die Gespräche in den Pausen noch weiter, denn die Teilnehmer wollten die seltene Möglichkeit nutzen sich besser zu vernetzen und voneinander zu lernen.
So ähnlich die Arbeit mit den Geflüchteten überall in Deutschland ist, so unterschiedlich sind die Vereine und Initiativen, die aus 10 Bundesländern zur Konferenz kamen. Zudem waren auch Vereine dabei, die keine Mitglieder im VDSH sind und die Mitgliedsverein noch nicht kannten. Auch die unterschiedlichen Erfahrung mit Fördermitteln und Unterstützung durch Kommunen, andere Organisationen und die Länder boten reichlich Gesprächsstoff.

Am zweiten Tag widmete sich die Konferenz der Frage, wie das Gelernte praktisch umzusetzen ist.
In Gruppen erarbeiteten die Teilnehmer Vorschläge für mögliche Projekte und entwarfen erste Konzepte, beispielsweise für interkulturelle Seminare für Geflüchtete und andere Formen des unterkulturellen Austauschs wie Begegnungsstätten, Kunst und Theater oder digitale Lösungen.