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Projektbeschreibung

Hintergrund des Projekts

Der Konflikt in Syrien hat zu einer humanitären Katastrophe ungeahnten Ausmaßes geführt. Der Bedarf an direkter Nothilfe, aber auch an längerfristigen Projekte, beispielsweise im Bereich Bildung und Ausbildung ist enorm. Die Mitgliedsvereine des VDSH engagieren sich seit 2011/2012 in der Nothilfe und in zunehmendem Maße auch in eher für die Entwicklungszusammenarbeit typischen Projekten wie etwa dem Bau und dem Betrieb von Schulen oder Waisenhäusern sowohl in Syrien als auch in den Nachbarländern.
Dabei haben die Vereine wertvolle Erfahrungen gesammelt. Dieses Wissen blieb allerdings oft bei einzelnen Personen. So enstand die Idee, diese Erfahrungen in schriftlicher Form festzuhalten und den Vereinen und anderen Akteuren des Bereichs auf Deutsch und Arabisch zugänglich zu machen.

Projektablauf

Bei einem großen Auftaktworkshop in Berlin sowie in vier lokalen Workshops in München, Darmstadt, Berlin und Dortmund trafen die Vereine zusammen und teilten ihre praktischen Erfahrungen in der Syrienhilfe. Dabei stellten sich viele Fragen, die der Leitfaden beantworten soll:
Wie bringe ich am einfachsten Hilfsgüter nach Syrien? Wann lohnt sich der Transport, wann lohnt sich der Einkauf in der Türkei oder Syrien selbst? Was kostet das alles? Auf was muss ich beim Geldtransfer achten? Wie registriert man sich als NGO in der Türkei?
Welchen Abschluss biete ich meinen Schülern, wenn ich eine Schule betreiben will? Was sind die Schwierigkeiten bei Studenten-Stipendien? Wie gehe ich mit Traumatisierten um? Welche Hilfe zur Selbsthilfe kann ich Witwen bieten?
Welche Möglichkeiten der medizinischen Versorgung gibt es in Syrien? Was kostet eigentlich eine Prothese?
– Und themenübergreifend: Welche Projekte haben sich bewährt und warum?

Der Leitfaden

Bei den Workshops, aber auch in persönlichen Gesprächen und per Online-Mitgliederforum wurden diese und andere Fragen geklärt und die Informationen von der Journalistin Julia Tieke zu einem praktischen Leitfaden strukturiert und anschaulich ausformuliert. Der Leitfaden umfasst vier Kapitel: Grundlagen, Familie, Bildung und medizinische Versorgung und wird von zwei Experten-Interviews abgerundet.

Ziel des Projekts ist ein Leitfaden in Form eines Ordners mit losen Blättern, der dadurch immer wieder aktualisiert und erweitert werden kann. Denn Gesetze und Sicherheitslagen in den Nachbarländern Syriens ändern sich stetig. Hier kann der Leitfaden heruntergeladen werden.

Die Abschlussveranstaltung

Der Best Practice-Leitfaden wurde am 15.07. bei der Veranstaltung „Kleine Vereine – Große Wirkung: Die Rolle der syrischen Diaspora bei der Hilfe in Syrien“ vorgestellt.
Zu der Veranstaltung, zu der die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)  in seine Berliner Repräsentanz geladen hatte, kamen zahlreiche Vertreter von Ministerien und großen deutschen Hilfsorganisationen. In einem abwechslungsreichen Programm mit Podiumsdiskussion wurden die Möglichkeiten und Herausforderungen der Arbeit in Syrien und den Nachbarländern aufgezeigt und die deutsch-syrischen Hilfsvereine als bislang wenig von der Öffentlichkeit beachtete Akteure vorgestellt.

Projektinformation

Projektort
Deutschland

Projektlaufzeit
20. Januar-31. Juli 2016

Projektziel
Erstellung eines Best Practice-Leitfadens

Projektträger: Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine e.V.

In Kooperation mit:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

 

Projektleitung
Lilli Kardouh
E-Mail: lilli.kardouh@verband-dsh.de
Tel: 030/28873170